Inhaltsverzeichnis
Potsdamer Konferenz

In Schloss Cecilienhof fand die Potsdamer Konferenz statt, an der Großbritannien, die USA und die Sowjetunion teilnahmen. Diese historische Zusammenkunft, auch als „Potsdamer Konferenz“ bekannt, fokussierte sich insbesondere auf das „Deutschlandproblem“. Ziel war es, die Grenzziehungen in Europa, die Reparationsleistungen, die Verwaltung des besetzten Deutschlands sowie die laufenden Entwicklungen im Pazifikkrieg zu erörtern.
Das Potsdamer Abkommen, das aus dieser Konferenz hervorging, legte entscheidende Maßnahmen zur Neugestaltung Deutschlands fest. Dazu gehörten die Demokratisierung des Landes, die Entmilitarisierung, die Entnazifizierung, die Dekartellisierung und die Dezentralisierung. Diese umfassenden Maßnahmen sollten sicherstellen, dass Deutschland eine neue Ära betrat, frei von den ideologischen und militärischen Belastungen der Vergangenheit.
Die Potsdamer Konferenz markierte einen entscheidenden Schritt in der Nachkriegsordnung und hatte weitreichende Auswirkungen auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sowie auf die internationale Bühne.
Potsdam unter Führung der SED
Im Jahr 1952 wurde Potsdam zur Bezirksstadt und erlebte unter der Führung der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) einen umfassenden Neuaufbau. Die Stadt sollte ein modernes und sozialistisches Erscheinungsbild erhalten. Bedauerlicherweise wurde dabei das traditionelle preußische Stadtbild als verpönt betrachtet, was zur Sprengung vieler historischer Gebäude führte, darunter das Stadtschloss und die Garnisonkirche, die im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt worden waren. An den Stellen dieser historischen Bauwerke wurden Plattenbauten und Hochhäuser im sozialistischen Stil errichtet.
Parallel dazu erfolgte eine umfassende Umbenennung von Straßen, um die historischen Bezüge zu eliminieren und die Stadt neu zu gestalten. Potsdam transformierte sich von einer Residenzstadt zu einer Industrie- und Forschungsstadt. Die Gründung zahlreicher Hochschulen, darunter die Pädagogische Hochschule Potsdam (heute Universität Potsdam), sowie neuer Fabriken prägten diese Ära des Aufbaus.
Durch diese Entwicklungen stieg die Einwohnerzahl in den Jahren deutlich an und erreichte schließlich 130.000. Potsdam wurde zu einem Zentrum des sozialistischen Aufbaus, geprägt von neuen städtebaulichen Strukturen und einer veränderten sozialen und wirtschaftlichen Ausrichtung.
Wichtige Neubauten in Potsdam während der DDR:
In den Jahren 1966 bis 1973 entstanden bedeutende Bauwerke in Potsdam, darunter das Rechenzentrum am Standort der ehemaligen Garnisonkirche und das Interhotel, das heute als Hotel Mercure bekannt ist, beim Lustgarten. Im Bereich des Platzes der Einheit wurden das Reisebüro (1969), der Sparkassen- und Apothekenbau sowie die Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek (1971/1974), die heute als Stadt- und Landesbibliothek fungiert, errichtet. Zugleich wurden verschiedene Wohngebiete geschaffen, darunter das Zentrum Ost (1972), das Wohngebiet am Stern (1973) und Drewitz (1988), sowie der Wohnkomplex am Kiewitt (1966/1973). Weitere wichtige Infrastrukturprojekte umfassen die Lange Brücke (1961), den zweiten Havelübergang, die Humboldtbrücke (1978), den Bahnhof Pirschheide und den einzigen Kirchenneubau (1986) am Stern.
Die Bürger Potsdams haben einen erheblichen Beitrag zum Schutz des kulturellen Erbes und von Kunstwerken geleistet. Durch Bürgerinitiativen wurden viele wertvolle Objekte bewahrt, und dank großzügiger Spenden konnten Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden. Diese selbstinitiierten Schutzmaßnahmen waren entscheidend für den Erhalt eines bedeutenden Teils des kulturellen Erbes der Stadt.
Lesen Sie weiter zur Potsdam Geschichte: Potsdam Heute (nach 1989)